Der Bankrun in Griechenland hat längst begonnen

In meinem Urlaub in Griechenland erlebe ich es jeden Tag: die Menschen, das Volk ist sauer und in Sorge, denn man drangsaliert es jeden Tag immer mehr. Das Geld ist eh schon knapp (bei der Mittelschicht, wie wir sie in Deutschland nennen würden), viele sind arbeitslos oder suchen verzweifelt einen Job mit einer fairen Bezahlung. Genau das, wird es übrigens in Deutschland in fünf bis zehn Jahren auch geben… denkt dann an meine Worte.
Und nun drängt die „liebe“ sogenannte Eurogroup den griechischen Präsidenten immer weiter in die Enge: Mehrwertsteuer Erhöhungen bis auf ein unmögliches Maß, Rentenkürzungen, Erhöhung des Renteneintrittsalters und viele gewünschte Privatisierungen. Die Griechen stehen jeden Tag am Geldautomaten und fast alle dieser Geldautomaten und fast alle dieser Geldautomaten sind leer!
Das heisst, man kommt nicht mehr an sein eigenes Geld heran! Stellen Sie sich das einmal vor! Sie wollen Ihr Geld bekommen und die Banken sind einfach zu (ja, genau, keine Überweisung, kein Kontoauszug, einfach nichts!) Und Sie können entweder kein Geld von Ihrem Konto abheben oder nur äußerst limitiert auf 50 oder 60 EURO.
Wie, Sie kommen damit nicht hin?

Wie mache ich eine eh schon schwache Wirtschaft ganz kaputt?

Ja, genau so, wie wir es jetzt aktuell in Griechenland sehen. Genauso macht man die Wirtschaft in einem Land „platt“!!! Sie schreien auf und meinen Sparen würde dazu führen, dass es Griechenland wieder besser gehe? Nein, dieser Wirtschaftskreislauf (vergleichen wir ihn mal mit einem Blutkreislauf) ist schon so krank, wenn man da noch mehr Blut abzapft oder die Chemo noch etwas erhöht, dann wird er gänzlich kollabieren! Leute, die Kuh, die man melken möchte, der kann man doch nicht einfach die Füße abhaken! Ich kann doch dem kranken System nicht noch mehr Geld entziehen und mich dann wundern, dass es nicht mehr klappt. Ich muss der Kuh mehr Wasser und mehr Gras geben, damit sie mir wieder Milch gibt! Und wenn es sein muss, dann muss ich mir oder der Kuh etwas Geld leihen, bis die Milch wieder strömt! Und dann, aber auch erst dann, kann ich mir wieder etwas Geld fordern von dieser armen, kranken Kuh und sie kann es mir dann wieder zurückzahlen.
Die Dinge die jetzt passieren sind also absolut kontraproduktiv und dies vielleicht sogar mit Absicht!

Privatisierung um jeden Preis?

Hat man ein Land erst einmal so an den Abgrund getrieben wie jetzt Griechenland, so kann man es natürlich erst recht ganz genüsslich „auspressen“: „Gib mir Dein Tafelsilber oder ich sorge dafür, dass Du pleite bist!“ Griechenland kann nicht mehr und soll nun schön ausgeschlachtet werden! Natürlich dient dies nur dazu, die Schulden zu tilgen! Jaja, is klar… würde ich auch so machen. Wenn mein Gegenüber keine Wahl mehr hat und unter politischem und finanziellem Druck steht, dann „darf“ man so eine Situation natürlich nicht schamlos ausnutzen….
Würde man dieser kapitalistischen Welt natürlich nie machen!

Griechenland sollte den Hafen von Pireäus privatisieren und hat die Mehrheit der Anteile in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2015 bereits verkauft. Natürlich nur um die Schulden zu tilgen! Zu einem fairen Preis? Sicherlich nicht!

Die Presse und die Regierung verkauft dies dem griechischen Volk natürlich als Aktion und außerdem werden auch noch ganz viele Arbeitsplätze geschaffen. Ist doch toll, oder? Die Chinesen haben den Hafen für billiges Geld gekauft und stellen nur griechische Hilfsarbeiter ein (oder vielleicht auch die Albaner und Pakistani, die hier in Griechenland herumstreunen und noch billiger als der eh schon billige Grieche ist. Natürlich scheren wir uns auch nicht um faire Arbeitsbedingungen für diese Hilfsarbeiter. Mit anderen Worten, wir könnten diesen zentralen und perfekten Hafen als modernes Umschlagslager bzw. Umschlagshafen für unsere Waren (wir Chinesen liefern unsere DVD Player aus) nutzen für ganz billiges Geld und mit ganz billigen Arbeitskräften die wir so richtig hart rannehmen! Super, so eine Privatisierung! Aber nur für die Käufer… Ihr lieben Griechen lasst Euch nicht über den Tisch ziehen!

Ausbeutung des Landes: Rohstoffe

Und es geht noch weiter! Wir haben unser „Opferland“ (in diesem Falle also die lieben Griechen) in die Falle getrieben: die Finanzielle Abhängigkeit ist da und wir können den Druck erhöhen und noch mehr Forderungen stellen: Noch mehr Privatisierungen und Einnahme der staatlichen Stellen zur Vergabe von Lizenzen und Bauvorhaben. Ja, das ist eine Super Idee! Wir enteignen einfach die Griechen, indem wir ihnen noch das letzte Fünkchen Mitspracherecht nehmen! Wieso denn die Griechen fragen, ob wir für sie das schöne, liebe Gas oder Öl (wir vermuten große Vorkommen in Griechenland) fördern dürfen… das genehmigen wir uns einfach selbst! Das ist doch viel einfacher! Nachher merken die noch, dass wir sie nur verarschen wollen!
Erinnert so ein wenig an die Ausbeutung der Entwicklungsländer in der dritten Welt, oder? Ja, das haben Sie doch bestimmt auch mal in der Schule in Sozialwissenschaften gelernt: Einfallen ins Land, Abhängigkeit herstellen, ausbeuten und ab nach Hause. So wird’s gemacht! Nur ist in der dritten Welt nicht mehr so viel zu holen und deshalb hat man sich einfach neue Wege ausgedacht. Und dieser Weg (nennen wir ihn mal Finanzkrieg) ist doch viel eleganter. Und das alles unter dem Deckel „Hilfspaket“. Das hört sich ja wirklich so an, als ob man helfen wollte! Gesteuert wird das alles vom IWF und deren Marionetten. Ja, und sicherlich wissen einige auch schon zu berichten, wer hinter dem IWF steckt!

Jetzt schnappen wir uns das Öl und Gas der Griechen

Bis jetzt hat noch keiner gemerkt, was wir vorhaben könnten, also schnell …
Wir privatisieren und platzieren unsere eigenen Leute in die Vergabestellen, ach… noch besser, wir kaufen einfach den ganzen Laden! Schnell zuschlagen für einen Schnäppchenpreis und das was wir dann mit dem Öl oder Gas verdienen können, übersteigt unsere Vorstellungen!
Und was für ein Zufall: es gibt weltweit gar nicht so viele Firmen die Gas oder Öl in Griechenland fördern können. Moment… wo kamen die Firmen nochmals her? Amerika? Und wie war das nochmal mit dem IWF? Wer hat da das sagen bzw. sitzt im Internationalen Währungsfonds? Aach, das müssen alles nur blöde Zufälle sein, Schicksalsschläge… das kann doch keiner geplant haben?

Wer gewinnt also, wenn Griechenland Pleite geht?

Dies ist die entscheidende Frage die Sie sich auf jeden Fall stellen müssen, egal in welcher Situation: Wer zieht etwas positives heraus, wenn etwas bestimmtes passiert? Nun haben Sie viel gelesen und können sich vielleicht ein neues Bild machen. Und nun kommt die Schreckensnachricht: es gibt noch mindestens 9 weitere Staaten, in Europa, die kurz vor der Pleite stehen! Sollten diese Staaten auch die Hilfe des IWF annehmen? Hilfspakete geschnürt bekommen? Was meinen Sie? Und jetzt wird es noch doller: Was wäre, wenn man neben der Ausbeutung auch versucht den starken Euro in den Abgrund zu ziehen? Wer könnte daran ein Interesse haben? Wem ist der Euro vielleicht zu stark geworden? Nun ja, die Leitwährung ist doch der Dollar… im Moment, oder?

So kann es nicht weitergehen

Beendet diesen Irrsinn. „Stoppt die merkwürdigen Hilfsaktionen diverser Machtmenschen!“ Es kann doch nicht sein, dass Firmen in Griechenland Pleite gehen, schlichtweg, weil sie kein Material bzw. keine Rohstoffe aus dem Ausland bezahlen können (ja, das ist wieder das Bankenproblem: es kann kein Geld ins Ausland transferiert werden) die sie aber benötigen um ihre Waren zu produzieren. Die wenigen Firmen in Griechenland die noch ein wenig die Wirtschaft ankurbeln, Arbeitskräfte bezahlen, Steuern bezahlen, denen werden nun Ketten angelegt, die die Produktion innerhalb von Griechenland lahmlegt!!! Welch ein Irrsinn!!!
So, mit dieser Kette kriegen wir die Wirtschaft nun wirklich langsam kaputt. Und die Banken sind nun seit mehreren Wochen geschlossen! Ich würde sagen, es dauert nicht mehr lange und wir haben Griechenland dann nun endlich das Genick gebrochen!

Schade!